Ein praxiserprobter Leitfaden: So verpacke und versende ich meine Pokémon-Kartenbestellungen
Der Versand ist ein zentraler Teil des Geschäfts mit Pokémon-Karten. Ein ineffizienter Prozess kostet dich Stunden, ein unsicherer Prozess verärgert deine Kunden. Hier zeige ich dir meinen kompletten Arbeitsablauf, vom Picken der Karten bis zum fertigen Paket.
Von NeoSatoshi
TL;DR
Schnelle Antworten
Die Kernpunkte aus diesem Video, kurz beantwortet.
Die Basis: Mein Packtisch und die Auftragszettel
Alles beginnt an meinem Packtisch. Ich drucke mir für jede Bestellung einen Auftragszettel aus. Diese Zettel fassen meine Verkäufe von Ricardo, Shopify und Cardmarket zusammen. So habe ich alles auf einen Blick.
Auf dem Zettel sehe ich den Bestellwert, die zu pickenden Karten und welche Versandart ich verwenden muss. Dank einer API-Anbindung an die Schweizer Post erhalte ich die Versandetiketten automatisch mit einem Klick. Die Etiketten drucke ich mit einem Thermodrucker und schneide sie dann zurecht.
Das Herzstück: Mein Inventarsystem
Ein gutes Lagersystem ist entscheidend, um Karten schnell zu finden. Auf meinen Auftragszetteln ist der genaue Lagerort für jede Karte vermerkt. 'E' steht bei mir für englische Karten, 'D' für deutsche.
Wertvollere Einzelkarten
Meine wertvolleren Karten (ab 2 Euro) lagere ich in einem separaten System. Jede Karte hat eine eindeutige Lagerplatznummer, z.B. 'E6' oder 'E33'. Das macht das Picken dieser Karten sehr schnell und unkompliziert.
Bulk-Karten (Massenware)
Für meine günstigeren Bulk-Karten habe ich ein anderes System, das ich mit 'A' und 'B' bezeichne. Diese Karten lagere ich in großen Kisten, die ebenfalls nummeriert sind. Obwohl dieses System viel besser ist als mein altes, manuelles System, ist das Picken von Bulk-Karten immer noch der zeitaufwändigste Teil des Prozesses.
Der Packprozess für kleine Bestellungen
Bei einer typischen Bestellung gehe ich die Liste auf dem Auftragszettel durch und picke die Karten aus den entsprechenden Boxen. Dabei hake ich jede gepickte Karte ab und überprüfe kurz die Kartennummer, um Verwechslungen zu vermeiden.
- Die Karten sind bei mir bereits in Penny Sleeves gelagert.
- Ich nehme die erste und die letzte Karte des Stapels und stecke sie jeweils in einen Toploader.
- Die restlichen Karten werden sicher dazwischen platziert. Dieses 'Sandwich' fixiere ich mit einem Stück Klebeband, damit nichts verrutscht.
- Das Ganze kommt dann in eine Luftpolsterversandtasche. Ich kaufe diese in großen Mengen, da ich pro Tag etwa 10 Stück brauche.
Zusätzlich lege ich noch einen Flyer für meinen eigenen Shop bei, der Kunden einen Rabatt von 10% auf ihre nächste Bestellung gewährt.
System im Chaos
Ein durchdachtes Inventar- und Listungssystem ist der Schlüssel zu mehr Effizienz. Spare Zeit beim Picken, Verpacken und Verwalten deiner Karten.
Umgang mit großen Bestellungen und Massenware
Eine große Bestellung mit vielen günstigen Karten ist eine besondere Herausforderung. Für die im Video gezeigte Bestellung habe ich etwa 20 Minuten nur für das Picken gebraucht. Das ist der Grund, warum ich meine Preisstrategie für Bulk-Karten angepasst habe.
Bei großen Stapeln muss ich auch die Verpackung anpassen. Wenn der Stapel dicker als 2 cm ist, passt er nicht mehr in einen Standard-Briefumschlag und ich muss eine größere Versandtasche verwenden. Die Bulk-Karten hülle ich dabei nicht einzeln ein, sondern packe mehrere Karten zusammen in eine größere Hülle.
Um die Stabilität zu gewährleisten, teile ich einen großen Stapel oft in zwei kleinere 'Sandwiches' auf, die ich dann beide mit Toploadern schütze und mit Klebeband sichere.
Versandregeln und Gewichte im Blick behalten
Die Versandkosten werden bei mir von Shopify und Cardmarket automatisch berechnet. Als Faustregel hinterlege ich ein Gewicht von 2 Gramm pro Karte, um auf der sicheren Seite zu sein. Wenn ich unsicher bin, ob eine Sendung die zulässigen Maße (z.B. die 2 cm Dicke) oder das Gewicht überschreitet, nutze ich eine Waage und ein Lineal zur Kontrolle.
Meine Preisstrategie für Bulk-Karten: Zeit ist Geld
Anfangs habe ich Bulk-Karten für 25 Rappen (ca. 25 Cent) verkauft. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, wie viel Zeit das Picken und Verpacken dieser Bestellungen in Anspruch nimmt. Deshalb habe ich den Mindestpreis schrittweise erst auf 40 und dann auf 60 Rappen erhöht.
Wenn ich vier, fünf oder sechs solcher Bestellungen habe, stehe ich hier zwei oder drei Stunden am Tag. [...] Also habe ich beschlossen, einfach den Preis zu erhöhen.
Jetzt habe ich zwar weniger Bestellungen für Bulk-Karten, aber mein Gesamtumsatz ist etwa gleich geblieben – bei deutlich geringerem Zeitaufwand. Das hat mir auch gezeigt, dass es sinnvoller ist, mich auf den Verkauf von wertvolleren Einzelkarten zu konzentrieren.
Das kleine Extra: Kundenbindung durch Beigaben
Bei größeren Bestellungen lege ich gerne eine Gratis-Karte dazu. Im Video habe ich gesehen, dass der Kunde mehrere Schillok-Karten (Wartortle) bestellt hat. Also habe ich ihm eine zusätzliche französische Schillok-Karte beigelegt. Es ist eine kleine Geste, die aber von Sammlern oft geschätzt wird.
Fazit: Zeit ist dein wertvollstes Gut als Verkäufer
Der gesamte Prozess des Versands zeigt, wie wichtig Effizienz ist. Jede Minute, die du beim Picken und Verpacken sparst, kannst du in das Wachstum deines Geschäfts investieren. Besonders bei niedrigpreisigen Karten muss der Prozess stimmen, damit sich der Aufwand lohnt.
Meine wichtigste Erkenntnis war, den Mindestpreis für zeitaufwändige Bulk-Bestellungen zu erhöhen. Dadurch konnte ich meine Zeit besser nutzen und mich auf die profitableren Teile meines Inventars konzentrieren. Überlege auch du, wo du in deinem Prozess Zeit verlierst und wie du ihn optimieren kannst.
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