Pokémon Master-Sets verkaufen: Mein Experiment mit Auktionspreisen und was ich daraus gelernt habe
Meine Master-Sets lagen wochenlang wie Blei in den Regalen, also habe ich ein Experiment gestartet, um ihren wahren Wert herauszufinden. Ich habe sie ab 1 Franken auf Ricardo versteigert, um zu sehen, was der Markt bereit ist zu zahlen.
Von NeoSatoshi
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Aktualisiert 3. Mai 2026
Das Problem: Unverkaufte Master-Sets im Lager
Seit etwa sechs Wochen lagen meine selbst zusammengestellten Master-Sets im Inventar, ohne dass auch nur ein einziges verkauft wurde. Diese Sets bestehen aus den gewöhnlichen, ungewöhnlichen und seltenen Karten (Commons, Uncommons, Rares) eines bestimmten Pokémon-Sets. Offensichtlich war mein ursprünglicher Festpreis von über 20 Franken zu hoch angesetzt.
Das Experiment: 1-Franken-Auktionen zur Preisfindung
Um ein Gefühl für die tatsächliche Nachfrage und den richtigen Preis zu bekommen, entschied ich mich für einen radikalen Schritt. Ich stellte alle Master-Sets als Auktionen ab 1 Franken auf Ricardo ein. Mein Ziel war nicht der maximale Gewinn, sondern das Sammeln von Marktdaten.
Die Ergebnisse: Eine grosse Spanne zwischen Erfolg und Misserfolg
Die Resultate der Auktionen waren extrem unterschiedlich und gaben einen klaren Einblick, was funktioniert und was nicht.
- Gut gelaufen: Sets wie Obsidian Flames (Obsidianflammen) für 16 Franken und Silver Tempest (Silberne Sturmwinde) mit Holos für 19 Franken erzielten solide Preise.
- Akzeptabel: Das beliebte Set 151 landete bei 12 Franken, was für mich in Ordnung ist.
- Enttäuschend: Grosse Sets wie Lost Origin (Verlorener Ursprung) und Fusion Strike (Fusionsangriff) brachten nur 1-2 Franken. Das Gleiche galt für kleinere Sets wie Hidden Fates (Verborgenes Schicksal).
Der Sonderfall: Reverse-Holo-Sets
Eine Auktion stach besonders hervor: Ein reines Reverse-Holo-Set wurde für beeindruckende 36 Franken verkauft. Das zeigt deutlich, dass Sammler bereit sind, für diese speziellen Karten tief in die Tasche zu greifen, da sie oft nur noch diese benötigen, um ihre eigenen Master-Sets zu vervollständigen.
Die wichtigste Erkenntnis: Unter 10 Franken lohnt es sich nicht
Die wichtigste Lektion aus diesem Experiment ist, dass ein Verkaufspreis unter 10 Franken den Aufwand einfach nicht rechtfertigt. Wenn man die Zeit für das Zusammenstellen (mindestens 30 Minuten pro Set), die Kosten für zugekaufte Einzelkarten und den Versand einrechnet, macht man bei Preisen von 1-2 Franken einen klaren Verlust. In diesen Fällen wäre es zeitsparender und sinnvoller, die Karten einfach als Bulk zu verkaufen.
Meine neue Strategie für den Verkauf von Master-Sets
Basierend auf den Ergebnissen habe ich meine Strategie angepasst. Ich werde Master-Sets nicht mehr für 1 Franken starten, sondern einen Startpreis von 10 Franken festlegen. Alles, was darüber hinausgeht, ist ein akzeptabler Preis, um meine überschüssigen normalen Karten loszuwerden.
Der realistische Preisbereich scheint zwischen 10 und 20 Franken zu liegen. Es ist kein riesiges Geschäft, aber eine gute Methode, um Bulk-Karten zu bewegen, die sonst nur herumliegen und keinen Umsatz generieren. Für die restlichen Sets in meinem Inventar habe ich die Preise entsprechend angepasst.
Effizienter durch dein Bulk kommen?
Das Sortieren und Identifizieren von Tausenden von Karten ist der grösste Zeitfresser. Mit einem guten Kartenscanner kannst du diesen Prozess massiv beschleunigen.
Warum ich normale Master-Sets statt Reverse-Sets bevorzuge
Obwohl Reverse-Sets höhere Preise erzielen, konzentriere ich mich bewusst auf Master-Sets aus normalen Karten. Der Grund ist einfach: Reverse-Holos und Holos verkaufen sich sehr gut als Einzelkarten. Normale Commons und Uncommons hingegen sind schwer einzeln zu verkaufen – ich habe Stapel von Karten, von denen ich 20 oder mehr Exemplare besitze.
Die Master-Sets sind für mich also ein Werkzeug, um genau diesen schwer verkäuflichen Bulk zu Geld zu machen. Würde ich meine wertvollen Reverse-Karten bündeln, würde ich potenziellen Gewinn aus Einzelverkäufen verschenken.
Frisches Inventar als Umsatz-Booster
Unabhängig vom Master-Set-Experiment zeigte sich diese Woche wieder einmal eine grundlegende Wahrheit im Kartenverkauf: Neues, gutes Inventar treibt die Verkäufe sofort in die Höhe. Ich habe kürzlich 50.000 Bulk-Karten bearbeitet und gelistet, was meinen Lagerbestand auf über 45.000 Karten erhöhte.
Das Ergebnis war unmittelbar auf CardTrader sichtbar. Nach einem Tag mit fast null Umsatz stiegen die Verkäufe auf 13 Euro und erreichten am darauffolgenden Tag fast 30 Euro – mehr als in der gesamten Vorwoche. Auch auf Cardmarket zogen die Verkäufe an.
Eine neue Regel für die Inventarverwaltung
Diese Erfahrung hat zu einer neuen, wichtigen Regel für mich geführt: Ich werde nicht mehr alle Karten aus einem Bulk-Ankauf in mein Inventar aufnehmen. Mein neuer Prozess sieht so aus:
- Bulk-Ankauf sortieren.
- Nur die verkaufsstarken Karten (Reverse-Holos, Holos, Trainer, spielbare Karten) für das Einzelkarten-Inventar herauspicken.
- Den gesamten Rest sofort als Bulk weiterverkaufen.
Das verhindert, dass mein Inventar mit Tausenden von Karten verstopft wird, die sich ohnehin nicht einzeln verkaufen lassen. Es hält den Bestand schlank und wertvoll.
Die Zahlen der Woche im Überblick (Woche 11)
Zum Schluss noch ein kurzer Blick auf die Finanzen dieser Woche. Der Gesamtumsatz lag bei rund 400 Franken, woraus sich ein Gewinn von 160 Franken ergab. Die Verkäufe der Master-Set-Auktionen sind hier noch nicht enthalten, da sie erst in der nächsten Abrechnung erscheinen.
Der Gesamtgewinn seit Beginn der Serie beläuft sich nun auf etwa 1.350 Franken. Das Ziel von 50.000 in einem Jahr ist noch in weiter Ferne, aber jede Woche bringt neue Erkenntnisse und Optimierungen für das Geschäft.
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