Mein letzter großer Bulk-Prozess: So habe ich 10.000 Pokémon-Karten auf einmal gelistet
Große Mengen an Pokémon-Karten zu verwalten, ist eine der größten Hürden im Geschäft. Ich zeige dir meinen detaillierten Arbeitsablauf, von der Sortiermaschine bis zur Software – und erkläre, warum ich diesen Prozess für die Zukunft anpasse.
Von NeoSatoshi
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Aktualisiert 3. Mai 2026
Die Aufgabe: 10.000 Karten ins Inventar bringen
Der Ausgangspunkt dieses Projekts war ein Stapel von etwa 10.000 Reverse-Holo-Karten, die darauf warteten, in meinen aktiven Lagerbestand aufgenommen zu werden. Das Ziel war, diese Karten so effizient wie möglich zu sortieren, zu erfassen und auf meinen Verkaufsplattformen online zu stellen.
Der Sortierprozess mit dem Magic Sorter
Die erste Stufe ist die maschinelle Sortierung. Ich habe festgestellt, dass die Erkennungsrate des Magic Sorters höher ist, wenn man die Karten setweise verarbeitet. Also sortiere ich die Karten zuerst grob von Hand nach Set.
Erst nach Set, dann nach Typ
Jedes Set wird einzeln durch die Maschine geschickt. Danach lasse ich die Maschine die Karten pro Set noch einmal nach Typ (Farbe) sortieren – also Pflanze, Feuer, Wasser und so weiter. Das hat den großen Vorteil, dass die Karten danach bereits grob nach ihrer Kartennummer geordnet sind. Das spart später enorm viel Zeit. Eine Ausnahme ist das Set Karmesin & Purpur – 151, bei dem diese Reihenfolge nicht funktioniert und manuelle Nacharbeit nötig ist.
Datenmanagement: Von der Maschine zur fertigen Liste
Nach jedem Durchlauf schickt der Magic Sorter eine E-Mail mit einer CSV-Datei. Jede Datei enthält die erfassten Karten eines Sets. Der wichtigste Datenpunkt in dieser Datei ist die „E-Commerce ID“, die der Cardmarket-ID entspricht. Sie ist der Schlüssel für den späteren Import.
Um nicht Dutzende einzelne Dateien verwalten zu müssen, nutze ich ein kleines Skript, das ich mit ChatGPT erstellt habe. Dieses Skript fasst alle einzelnen CSV-Dateien zu einer einzigen Master-Datei zusammen. Außerdem fügt es den vollen Set-Namen hinzu, damit ich nicht raten muss, was Kürzel wie „SV8“ bedeuten. Das Ergebnis ist eine saubere, gebrauchsfertige Tabelle.
Import in die Verkaufssoftware
Diese Master-Datei importiere ich dann in TCG Power Tools. Das geht per Drag-and-drop. Die Software nutzt die Cardmarket-ID, um die Karten eindeutig zuzuordnen. Karten, die von der Maschine nicht erkannt wurden, kann ich direkt in TCG Power Tools im Einzelkartenmodus manuell hinzufügen.
Preise festlegen und auf allen Kanälen live gehen
Nach dem Import nutze ich die Autopricing-Funktion. Für Reverse-Holo-Karten setze ich einen Mindestpreis von 40 % des Marktpreises an. Mit einem Klick werden dann die Preise für alle neuen Karten berechnet. Der letzte Schritt ist das Speichern. TCG Power Tools synchronisiert die neuen Einträge dann automatisch mit all meinen Shops: Cardmarket, Shopify und CardTrader. Von Shopify werden die Angebote zusätzlich an Ricardo, eine Schweizer Plattform ähnlich wie eBay, weitergeleitet.
Vereinfache dein Listing
Ein optimierter Arbeitsablauf ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine gute Software hilft dir, deine Karten schnell und auf mehreren Plattformen gleichzeitig zu listen.
Das physische Inventarsystem: Geordnetes Chaos
Mein Lagersystem basiert auf Top-Trainer-Boxen (ETBs). Jede ETB ist nummeriert und fasst 500 Karten. Innerhalb der ETBs nutze ich kleinere, perfekt passende Boxen von Temu, die jeweils 50 Karten aufnehmen. So weiß ich immer genau, in welcher Box und an welcher Position sich eine Karte befindet.
Um die Karten physisch einzulagern, drucke ich mir meine Master-Tabelle aus. Darauf steht für jede Karte die zugewiesene Lagernummer, zum Beispiel „Box 493“. Da die Karten bereits nach Set und Typ vorsortiert sind, geht das Einräumen sehr schnell. Ich nehme den Stapel eines Sets, suche die Kartennummern laut Liste und lege sie in die entsprechende Box. So habe ich in kurzer Zeit Hunderte von Karten präzise verräumt.
Eine strategische Wende: Warum dies mein letzter großer Bulk-Prozess war
Obwohl dieser Prozess gut funktioniert, habe ich mich entschieden, den Magic Sorter zu verkaufen und meinen Ansatz für Bulk-Karten zu ändern. Der Hauptgrund ist schlicht der Platz. Mein Raum ist mit über 50.000 Karten, nach dieser Aktion fast 60.000, einfach voll. Ich möchte den Bestand an Massenware nicht weiter vergrößern.
Zweitens möchte ich meinen Fokus stärker auf höherwertige Einzelkarten verlagern. Der Verkauf von Bulk-Karten generiert zwar einen stetigen, profitablen Cashflow, aber das größere Potenzial sehe ich bei Einzelkarten. Das Geld aus dem Verkauf der Maschine werde ich direkt in den Ankauf von wertvollen Einzelkarten reinvestieren.
Die Lehren aus dem Prozess und den Zahlen
Ein Blick auf meine Geschäftszahlen für April zeigt, dass ich mit 95 Bestellungen einen Umsatz von 1.600 $ und einen Gewinn von 230 $ erzielt habe. Etwa 100 $ davon stammen rein aus dem Verkauf von Bulk-Karten. Die Zahlen waren diesen Monat etwas niedriger als in den Vormonaten, was aber klar daran lag, dass ich 10 Tage im Urlaub war und in dieser Zeit weder listen noch einkaufen konnte. Das zeigt, wie direkt sich die eigene Aktivität auf die Verkaufszahlen auswirkt.
Die wichtigste Erkenntnis ist: Ein solider, wiederholbarer Prozess ist für die Verarbeitung von großen Mengen unerlässlich. Genauso wichtig ist es aber, die eigene Strategie regelmäßig zu hinterfragen und anzupassen. Für mich bedeutet das jetzt, das Wachstum meines Bulk-Inventars zu stoppen und mich auf profitablere Segmente zu konzentrieren.
Behalte deine Zahlen im Blick
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