Pokémon-Karten schneller listen: Mein kompletter Workflow für Cardmarket & eBay
Jeder, der Pokémon-Karten verkauft, kennt den Zeitaufwand für das manuelle Einstellen. Ich zeige dir meinen kompletten Prozess, mit dem du Karten scannst, automatisch erkennen lässt und in wenigen Minuten für Cardmarket, eBay oder Shopify vorbereitest.
Von NeoSatoshi
•
Aktualisiert 29. Mai 2026
Der Kernprozess: Scannen, Hochladen und Erkennen
Die Grundlage des Ganzen ist einfach: Du ziehst die Bilder deiner Karten per Drag-and-drop in das Tool. Du kannst dafür Fotos von deinem Smartphone verwenden, aber wenn du wirklich schnell sein willst, empfehle ich einen Dokumentenscanner. Ich nutze ein Modell von Ricoh, mit dem man bis zu 300 Karten auf einmal einscannen kann. Das spart enorm Zeit. Sobald die Bilder hochgeladen sind, beginnt im Hintergrund die Verarbeitung und Erkennung.
Nach kurzer Zeit siehst du eine Tabelle mit den erkannten Karten. Das System zeigt dir dein hochgeladenes Bild direkt neben dem erkannten Kartenbild aus der Datenbank. So kannst du auf einen Blick vergleichen, ob alles stimmt.
Schritt 1: Die automatische Erkennung überprüfen
Jetzt kommt der wichtigste manuelle Schritt: die Überprüfung. Ich gehe jede einzelne Karte durch und bestätige, ob die Erkennung korrekt ist. Dafür nutze ich die Pfeiltasten auf meiner Tastatur, was viel schneller geht als mit der Maus. Ein kritischer Punkt ist die Kartennummer. Manchmal haben verschiedene Karten aus unterschiedlichen Sets das gleiche Artwork. Ein kurzer Abgleich der Nummer ist also Pflicht.
In der Tabelle gibt es eine Spalte für das „Confidence Level“ (Sicherheitslevel). Ein hoher Wert bedeutet, dass sich das System sehr sicher ist. Bei niedrigen Werten oder orange markierten Zeilen schaue ich genauer hin, da hier die Wahrscheinlichkeit einer Abweichung höher ist.
Ich verkaufe in meinem Shop immer Karten im Zustand Near Mint, also habe ich Near Mint als Standard voreingestellt. Den Zustand musst du selbst bewerten, das kann die Software nicht.
Wichtige Daten im Blick: Zustand, Sprache und Preise
Neben dem Abgleich des Bildes kannst du weitere Details anpassen:
- Sprache: Das Tool erkennt englische, deutsche, französische und spanische Karten. Japanische Karten werden aktuell noch nicht unterstützt.
- Zustand: Eine automatische Zustandserkennung gibt es nicht. Du musst den Zustand (Near Mint, Excellent usw.) für jede Karte selbst festlegen. Du kannst aber einen Standardwert für alle Karten definieren.
- Menge: Wenn du eine Karte mehrfach hast, kannst du hier die Anzahl anpassen.
- Besonderheiten: Du kannst Merkmale wie „Sealed“, „1st Edition“ oder „Reverse Holo“ manuell auswählen.
Die angezeigten Preise stammen von Cardmarket und werden einmal täglich aktualisiert. Du siehst den 30-Tage-Durchschnitt, den 7-Tage-Durchschnitt und den günstigsten aktuellen Preis. Die TCGplayer-Preise sind oft veraltet, auf diese würde ich mich nicht verlassen.
Umgang mit Fehlern und Spezial-Varianten
Was passiert, wenn eine Karte falsch erkannt wurde? Ganz einfach: Du markierst sie als „falsch“. Die Zeile wird dann rot markiert und du kannst sie später korrigieren.
Für Karten mit Stempeln (z.B. Pokémon Day, Play! Pokémon) oder andere Sonderversionen (Cosmo Holos, Shadowless), die die gleiche Kartennummer wie das Original haben, gibt es die Spalte „Special Variant“. Hier setzt du einfach ein Häkchen. Das System zeigt dir dann im letzten Schritt die verschiedenen bekannten Varianten zur Auswahl.
Teste den Karten-Scanner
Überzeuge dich selbst, wie schnell die Kartenerkennung funktioniert. Lade einfach ein paar Bilder deiner Karten hoch und probiere es aus.
Schritt 2 & 3: Falsch erkannte Karten korrigieren
Für alle als „falsch“ markierten Karten gibt es einen einfachen Korrekturprozess. In Schritt 2 zeigt dir das Tool alternative Vorschläge an. Oft ist die richtige Karte bereits dabei und du musst sie nur noch anklicken.
Sollte die richtige Karte nicht unter den Vorschlägen sein, gehst du zu Schritt 3: die manuelle Suche. Hier kannst du nach dem Namen der Karte suchen. Noch schneller geht es, wenn du die Abkürzung des Sets und die Kartennummer eingibst, z.B. „SFA 85“.
Schritt 4: Der Export für deine Verkaufsplattform
Wenn alle Karten korrekt identifiziert sind, wählst du deine Zielplattform aus. Ich persönlich nutze hauptsächlich den Export für TCG PowerTools, da ich auf Cardmarket und Shopify verkaufe. Es gibt aber auch direkte Export-Optionen für eBay und Shopify.
Der Workflow für Cardmarket (via TCG PowerTools)
Für Verkäufer in Europa ist das die professionellste Lösung. Du exportierst eine Datei, die du direkt in TCG PowerTools importieren kannst. TCG PowerTools ist ein Bestandsverwaltungssystem, das deinen Kartenbestand mit Cardmarket, Shopify und sogar CardTrader synchronisiert. Ein Verkauf auf einer Plattform aktualisiert den Bestand auf allen anderen. Wichtig: Die Exportdatei kann nicht direkt auf Cardmarket hochgeladen werden, du benötigst TCG PowerTools als Zwischenschritt.
Ein riesiger Vorteil von TCG PowerTools ist die „Autopricing“-Funktion. Damit kannst du Preisregeln definieren, die dann automatisch die korrekten Preise für deine Karten festlegen – besonders nützlich für die teureren Spezial-Varianten.
Der Workflow für eBay: CSV-Export und Upload
Wenn du auf eBay verkaufst, wählst du den eBay-CSV-Export. Hier kannst du Vorlagen für Titel und Beschreibung erstellen und mit Variablen wie [Kartenname] oder [Setname] füllen. Du entscheidest, ob du deine eigenen Fotos, Stock-Fotos oder beides verwenden möchtest.
Eine sehr nützliche Funktion ist die Zuweisung von Lagerplätzen. Ich habe ein System mit Kisten und Fächern. Ich kann angeben, dass die Karten in „Lager A, Fach 210“ beginnen. Diese Information wird in die SKU (Artikelnummer) bei eBay geschrieben. Wenn eine Karte verkauft wird, sehe ich sofort, wo ich sie finde.
Die erstellte CSV-Datei lädst du dann im eBay Seller Hub unter „Berichte“ > „Uploads“ hoch. Deine Angebote erscheinen danach als Entwürfe und du kannst sie final prüfen und freischalten.
Tipps für Profis: Kartenrücken, mehrere Karten und Reverse Holos
- Kartenrücken hinzufügen: Besonders auf eBay ist es üblich, auch die Rückseite zu zeigen. Du kannst die Rückseiten ebenfalls scannen und hochladen. Wenn du sie in der richtigen Reihenfolge hochlädst (Vorderseite 1, Rückseite 1, Vorderseite 2, Rückseite 2, ...), werden sie automatisch korrekt zugeordnet.
- Mehrere Karten auf einem Bild: Du kannst auch ein Foto mit 6-9 Karten auf einmal hochladen. Das Tool erkennt und trennt sie. Das geht schneller, aber die Bildqualität und die Erkennungsgenauigkeit leiden darunter. Für Massenware okay, für teure Karten würde ich es nicht empfehlen.
- Reverse Holos: Die Erkennung von Reverse Holos ist schwierig, da der Effekt stark vom Licht abhängt. Die Software versucht es, aber es klappt nicht immer. Mein Tipp: Sortiere deine Reverse Holos vor und wähle dann für den gesamten Stapel die Eigenschaft „Reverse“ per Massenbearbeitung aus. Das ist die sicherste Methode.
Zusammenfassung: Ein System, das wirklich Zeit spart
Ich habe dieses Tool ursprünglich für mich selbst entwickelt, um den Prozess des Einstellens, insbesondere für meinen TCG PowerTools Workflow, zu beschleunigen. Die CSV-Exportfunktionen sind kostenlos nutzbar. Es gibt auch kostenpflichtige Premium-Funktionen, wie die direkte Anbindung an eBay- und Shopify-Konten, die den Prozess noch weiter vereinfachen.
Ich hoffe, dieser Einblick in meinen Arbeitsablauf hilft dir dabei, ebenfalls wertvolle Zeit zu sparen und dein Geschäft effizienter zu gestalten.
Teste die Listing-Software
Verschwende keine Zeit mehr mit manueller Eingabe. Scanne und liste deine Pokémon-Karten in Rekordzeit.