Mein erster Versuch, Pokémon Karten auf dem Flohmarkt zu verkaufen – Ein teures Experiment
Ich habe zum ersten Mal als Verkäufer an einem Flohmarkt teilgenommen, um Pokémon-Karten anzubieten. Es war eine lehrreiche, wenn auch nicht profitable Erfahrung, die ich hier mit dir teile.
Von NeoSatoshi
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Aktualisiert 3. Mai 2026
Die Idee: Raus aus dem Online-Handel, rein ins Getümmel
Nach über einem halben Jahr, in dem ich mein Pokémon-Karten-Geschäft hauptsächlich online betreibe, wollte ich etwas Neues ausprobieren. Ich war schon oft als Käufer auf Flohmärkten unterwegs, aber als Verkäufer war es – abgesehen von einer vagen Kindheitserinnerung, bei der ich wohl einige meiner besten Karten verkauft habe – mein erstes Mal.
Die Vorbereitung: Was kommt auf den Verkaufstisch?
Ich habe vor ein paar Wochen extra Tische gekauft. Beim Testaufbau in meinem Zimmer merkte ich schnell, dass der Platz begrenzt ist. Mein Plan war, eine bunte Mischung anzubieten, um möglichst viele Leute anzusprechen. Mit dabei hatte ich:
- Versiegelte Produkte wie Blister von Paradoxrift, die ich aus Sammlungsankäufen übrig hatte.
- Meine Ordner mit Einzelkarten.
- Einige überdimensionale Karten (Oversized Cards).
- Poster aus den Karmesin & Purpur – 151 Poster-Kollektionen.
- Und sogar ein paar Pokémon-Socken, die hier noch herumlagen.
Die Idee war, dass die versiegelten Produkte neben den Einzelkarten für mehr Aufmerksamkeit sorgen.
Die logistische Herausforderung: Ohne Auto zum Markt
Das erste Problem offenbarte sich schnell: Wie bekomme ich all die Sachen zum Flohmarkt? Da ich kein Auto besitze, musste ich den Bus nehmen. Die Tische, ein Koffer voller Karten, ein Rucksack – es war eine ziemliche Schlepperei, alles zu verpacken und die rund einen Kilometer lange Strecke zu bewältigen. Aber irgendwie hat es geklappt.
Der Flohmarkt-Tag: 5 Stunden Warten im Schnee
Am Sonntagmorgen baute ich meinen Stand auf und war bereit für fünf Stunden Verkauf. Doch das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung. Es war ein verschneiter Tag, und dementsprechend kamen nur sehr wenige Leute. Der Markt war alles andere als überlaufen.
Die magere Ausbeute: Kaum Verkäufe, hohe Kosten
Das Ergebnis war ernüchternd. Insgesamt habe ich gerade einmal acht Artikel verkauft: drei Blister, zwei übergrosse Karten, vier oder fünf Einzelkarten und eine Box. Das grosse Problem war die Standgebühr von 40 Schweizer Franken, was umgerechnet fast 50 Dollar sind. Bei so wenigen Besuchern ist es fast unmöglich, diese Kosten wieder hereinzuholen.
Ich habe damit einen kleinen Verlust gemacht oder war gerade so kostendeckend. Um ehrlich zu sein, hat es sich also nicht wirklich gelohnt.
Analyse: Woran lag es?
Rückblickend gab es mehrere Gründe für den Misserfolg. Das schlechte Wetter war sicher ein Hauptfaktor. Aber es gab noch mehr:
- Der Fokus des Marktes: Rund 80 % der Stände verkauften Kleidung. Ich war der Einzige mit Pokémon-Karten. Die Zielgruppe war einfach nicht vor Ort.
- Der Standort: Möglicherweise ziehen andere Flohmärkte in der Region mehr Sammler an. Das muss ich erst noch herausfinden.
Trotz allem war es eine coole Erfahrung. Die Gespräche mit den wenigen Interessenten und den Standnachbarn waren nett. Man lernt eben nie aus.
Über 500 Karten zu listen?
Wenn du wie ich vor einem Berg ungelisteter Karten stehst, brauchst du ein effizientes System. Ein Scanner kann dir Stunden an Arbeit ersparen und deine Karten schneller online bringen.
Andere Verkaufsaktivitäten der Woche
Neben dem Flohmarkt-Experiment lief das Online-Geschäft weiter. Ich habe einen grossen Posten Bulk-Karten (etwa 6.000–7.000 Stück) als Auktion auf Ricardo (eine Art Schweizer eBay) für rund 80-90 Franken verkauft. Auch andere Karten, mit denen ich nichts anfangen konnte, wie zum Beispiel Dragon Ball Karten, habe ich per Auktion abgestossen. Das erklärt die relativ hohen Einnahmen auf dieser Plattform diese Woche.
Ausserdem versuche ich weiterhin, meine selbst zusammengestellten Sets aus normalen, unüblichen und seltenen Karten zu verkaufen. Das lief von Anfang an nicht gut, und selbst mit niedrigen Auktionspreisen ist die Nachfrage gering.
Die Zahlen der Woche: Ein harter Kampf um den Gewinn
Der Gesamtumsatz der Woche lag bei etwa 410 Dollar, verteilt auf Ricardo (ca. 200 $), Cardmarket (25 $), CardTrader (10 $), Shopify (18 $) und den Flohmarkt (ca. 150 $).
Nach Abzug aller Kosten – inklusive der hohen Standgebühr von 40 Franken für den Flohmarkt und meiner wöchentlichen Fixkosten von 50 Franken – blieb ein magerer Gewinn von 36 Franken, also etwa 40 Dollar, für die ganze Woche übrig. Der Flohmarkt selbst hat keinen Gewinn abgeworfen.
Fazit und Ausblick
Der Flohmarkt war ein teures, aber lehrreiches Experiment. Ich werde es bei besserem Wetter und an einem anderen Ort sicher noch einmal versuchen. Vorerst liegt mein Fokus aber wieder auf dem Kerngeschäft: Ich muss dringend die über 500 Einzelkarten aus den letzten Sammlungsankäufen listen, damit wieder mehr Verkäufe reinkommen.
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